Metallabfälle sind wertvoll – wenn sie richtig getrennt werden. Die folgende Übersicht gibt einen Einblick in typische Abfallströme und zeigt, was diese jeweils auszeichnet.
Metallische Abfallströme gehören zu den wertvollsten Fraktionen im Recycling – gleichzeitig stellen sie hohe Anforderungen an die Aufbereitungstechnik. Unterschiedliche Korngrößen, wechselnde Materialzusammensetzung und steigende Qualitätsanforderungen machen eine präzise und flexible Sortierung notwendig.
Je nach Herkunft und Zusammensetzung unterscheiden sich die Materialströme erheblich. Von groben Mischfraktionen über metallreiche Feinanteile bis hin zu komplexen Verbundmaterialien ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Trenntechnik und Prozessführung. Eine effiziente Aufbereitung setzt daher ein genaues Verständnis der jeweiligen Stoffströme sowie deren physikalischer Eigenschaften voraus.
Die typischsten Metallabfallströme

Aluminium
Aluminium ist eines der am häufigsten recycelten Metalle. Dieses vielseitige Nichteisenmetall zeichnet sich durch sein geringes Gewicht sowie seine hohe Korrosionsbeständigkeit aus.
Im Vergleich zur Primäraluminiumherstellung benötigt das Recycling nur einen Bruchteil der Energie – etwa 5 % – die für die Gewinnung aus Erz erforderlich wäre. Aluminium kann nahezu ohne Qualitätsverlust mehrfach recycelt werden. Voraussetzung dafür ist eine sortenreine Erfassung und Aufbereitung nach Legierungen.
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Legierungselemente wie Magnesium oder Kupfer können beim Umschmelzen nicht entfernt werden und führen durch ein Vermischen unterschiedlicher Sorten zu Downcycling, was die Materialeigenschaften des Aluminiums verschlechtert.
Eine präzise Sortierung per Wirbenstrom-, Dichte- und Sensorsortierung ermöglicht es, Aluminium mit hoher Reinheit zurückzugewinnen.
Innovative Sensorsortiersysteme mit LIBS helfen Aluminium je nach Legierung zu trennen.

NE-Metallgemische
Nichteisen-Metallgemische wie z. B. Zorba oder Zurik bestehen aus Metallen, die keinen nennenswerten Eisenanteil besitzen und sich durch Eigenschaften wie Nichtmagnetismus, gute Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit auszeichnen. Zu den häufigsten NE-Metallen zählen Aluminium (Al), Kupfer (Cu), Messing (Cu + Zn), Bronze (Cu+Sn) und Zink (Zn) – Stoffe, die in nahezu jedem Abfallstrom vorkommen und zu den wertvollsten Sekundärrohstoffen gehören.
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Die weltweite Nachfrage nach NE-Metallen ist stark gewachsen, da ihre Wiederverwertung im Vergleich zur Primärproduktion deutlich weniger Energie benötigt und zur Reduktion von CO₂-Emissionen beiträgt.
Da NE-Metalle durch ihre ähnlichen Eigenschaften etwas schwer voneinander zu trennen sind, kommen verschiedene Sortiertechniken zur Anwendung, wie z. B. Dichtesortieren für die Trennung von Leicht- von Schwermetallen, XRT oder Farbkamera-Sensortechnik zum Erkennen diverser Merkmale, oder auch Laser-Induced Breakdown Spectroscopy (LIBS) um Metalle basierend auf ihrer Legierung zu trennen.

Schredderschrott
Schredderschrott entsteht bei der Zerkleinerung von sperrigen Abfällen in Schredderanlagen. Diese bestehen typischerweise aus:
- Altautos (End-of-Life Vehicles, ELV)
- E-Schrott (Weißgeräte, Weißware, E-Kleingeräte und E-Schrott gemischt)
- Mischschrott / Sperrmüll
- Industrie- und Gewerbeabfälle mit Metallanteil
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Nach der initialen Zerkleinerung werden die Schredderschrott-Fraktionen zunächst in definierte Korngrößen klassiert. Anschließend wird der Materialstrom einer magnetischen Abscheidung unterzogen, bei der FE (E40) gewonnen wird.
Der verbleibende Stoffstrom besteht weiterhin aus einer Vielzahl unterschiedlicher Materialien wie NE-Metallen, Kunststoffen, Gummi, Holz usw.
Diese Fraktion sollte man mit geeigneter Sortiertechnik weiter aufbereiten, um verwertbare Bestandteile zu erhalten und um diese gewinnbringend zu vermarkten.

Aschen
Bei der Verbrennung von Abfällen entstehen neben Energie auch feste Rückstände in Form von Aschen.
Die gezielte Abtrennung von Wertstoffen reduziert nicht nur die Menge des Materials, das deponiert werden muss, sondern ermöglicht gleichzeitig die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe wie Metalle, Glas und anderer recyclingfähiger Bestandteile.
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Die Zusammensetzung von Schlacken und Aschen hängt stark von der Art des verbrannten Abfalls sowie vom jeweiligen Verbrennungsprozess ab.
Während mineralische Bestandteile in der Regel den größten Anteil ausmachen, können die Rückstände dennoch relevante Metallanteile enthalten. Durch eine gezielte Separation und Aufbereitung lassen sich diese wirtschaftlich zurückgewinnen und dem Stoffkreislauf erneut zuführen.

E-Schrott
Elektroschrott (PCs, Smartphones, Haushaltsgeräte usw.) ist einer der am schnellsten wachsenden Abfallströme.
Diese Fraktion besteht aus einer sehr diversen Zusammensetzung: Metalle (u. a. Kupfer, Aluminium), Leiterplatten, Kunststoffe, Glas und weitere nichtmetallische Materialien sind teilweise eng miteinander verbunden.
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Die Herausforderung im E-Schrott-Recycling besteht darin, wertvolle Metalle gezielt von nicht verwertbaren Bestandteilen zu trennen und Wertstoffe so sortenrein wie möglich zurückzuführen.
Sensorsortiersysteme sind in diesem Prozess nicht wegzudenken, um E-Schrott basierend auf die unterschiedlichsten Charakteristiken (Farbe, Form, Leitfähigkeit, Materialkomposition, …) effizient zu trennen.

Kabelschrott
Kabelschrott besteht in der Regel aus einem metallischen Leiter – meist Kupfer oder Aluminium – und einer umgebenden Isolierung aus Kunststoff oder Gummi.
Der hohe Metallanteil macht Kabelschrott zu einem besonders wertvollen Recyclingmaterial. Voraussetzung für eine wirtschaftliche Verwertung ist jedoch die saubere Trennung von Metall und Isolationsmaterial.
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Abhängig von Kabeltyp, Querschnitt und Materialzusammensetzung kommen unterschiedliche Aufbereitungs- und Trennverfahren zum Einsatz.
Die zurückgewonnenen Metalle können anschließend direkt in den Recyclingkreislauf zurückgeführt werden, während die verbleibenden Kunststoffanteile einer weiteren Verwertung oder Entsorgung zugeführt werden.

Scherensand
Scherensand besteht aus den unterschiedlichsten Materialien, darunter unerwünschte Bestandteile wie Erde, Steine, Holz und Kunststoffe, aber auch wertvolle Metalle wie Eisen (Fe), Aluminium (Al), Edelstahl (VA) und Kupfer (Cu).
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Die Rückgewinnung der Metalle ist sowohl wirtschaftlich relevant als auch erforderlich, um gesetzliche Deponievorschriften einzuhalten, und beginnt meist mit der Abtrennung des nicht werthaltigen Feinanteils.
Durch den Einsatz eines Grobteilsiebs wie dem SCREEN HEAVY kann dieser Feinanteil effizient ausgesiebt werden. Gleichzeitig lässt sich ebenso überbleibendes Eisen aus diesem Feinanteil mit einem Überbandmagneten zurückgewinnen.

Gießereirückstände
Bei Gießereien fallen unterschiedliche Rückstände an, die wertvolle metallische Bestandteile enthalten können. Dazu zählen unter anderem Formsande, Schlacken, Filterstäube sowie metallhaltige Reststoffe aus Schmelz- und Reinigungsprozessen.
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Diese Rückstände bestehen häufig aus einem hohen mineralischen Anteil, enthalten jedoch gleichzeitig Eisen- oder NE-Metallreste, die wirtschaftlich rückgewonnen werden können. Die Herausforderung liegt in der feinen Kornstruktur sowie der oft engen Verbindung zwischen Metall und mineralischem Anteil.
Durch eine gezielte Aufbereitung und geeignete Trennverfahren lassen sich nicht nur Rohstoffe zurückgewinnen, sondern auch Entsorgungsmengen und -kosten deutlich reduzieren.

